Schnellkontakt

04461 - 4999 (Geschäftsstelle)
04461 - 700286 (Gerätepark)
01520 - 7680401 (MTV Treff)

HG überzeugt nur 40 Minuten

Von: Jeversches Wochenblatt 08.05.2017

HANDBALL Heimsieg gegen HSG Osnabrück gerät nach zwischenzeitlichem 21:13 noch in Gefahr

Für Torben Schoster ist die Partie schon früh beendet. Klassenerhalt für die Friesländer gesichert. VON JOCHEN SCHRIEVERS

JEVER – Das Minimalziel ist erreicht: Die Landesliga-Handballer der HG Jever/Schortens haben Rang zehn in der Abschlusstabelle sicher und damit auch den Klassenerhalt. Am Samstag setzten sich die Friesländer mit 29:27 gegen die HSG Osnabrück durch und verabschiedeten sich somit mit einem Sieg vom Publikum in der Sporthalle an der Jahnstraße. Dabei hätte die Partie zu einem wahren Handballfest für die HG werden können – doch die machte es unnötig spannend.

Nach der Verabschiedung einiger Spieler und des Trainergespanns startete die HG in ihr letztes Heimspiel der laufenden Saison. Von Beginn an war den Gastgebern anzumerken, dass sie diese Partie unbedingt gewinnen wollten. In der Abwehr agierten sie konzentriert, nutzten technische Fehler der Osnabrücker konsequent aus und schlossen vorne sicher ab. Den ersten Rückschlag gab es in der 14. Minute. Torben Schoster wurde bei einem Wurf in der Luft von hinten geschubst. Seine Reaktion darauf fiel etwas zu hart aus – das wurde mit der Roten Karte geahndet. „Er schubst mich, ich schubse ihn. Er fällt dann theatralisch hin – war dumm“, lautete sein Kommentar. Für die Mannschaftskasse eine lohnende Aktion. Das Budget für die Fahrt nach Mallorca ist in diesem Moment um 100 Euro gestiegen.

Doch auch der Ausfall von Schoster stoppte die HG nicht. Zur Pause lag sie mit 15:10 in Front. In der Kabine forderte Trainer Axel Wolf für den zweiten Durchgang eine stabile Defensive und sichere Aktionen im Spiel nach vorne. Das setzten die Handballer aus Jever und Schortens zunächst auch gut um. Nach 40 gespielten Minuten führten sie mit 21:13. Dann folgte eine Phase der schlechten Entscheidungen. In der Abwehr wurde nicht mehr ordentlich zusammengearbeitet, Torwart Lennart Suttner griff einige Male daneben und im Angriff fehlte die Bewegung. Hinzu kam eine schlechte Wurfauswahl. „Auf einmal hatte jeder irgendeine Idee“, ärgerte sich Axel Wolf über diese Phase. Osnabrück kam Tor um Tor heran. Zehn Minuten vor dem Ende betrug der Abstand nur noch zwei Treffer. „Die Schiedsrichter hatten bis dahin noch nicht ein Zeitspiel abgepfiffen. Wir hätten einfach nur ruhig durchspielen und uns festmachen lassen müssen. Dann hätten wir uns viel Aufregung ersparen können“, bemängelte Wolf die fehlende Cleverness seiner Spieler. Hinzu kam, dass Jan Bergmann einen rabenschwarzen Tag erwischte. War das Spiel über den Kreisläufer sonst eine der besten Waffen der HG, fiel diese Option nahezu komplett aus. Sowohl vom Kreis als auch vom Siebenmeterpunkt gelang Bergmann fast gar nichts. Entsprechend unzufrieden war er nach dem Abpfiff mit seinem Auftritt. Doch es reichte. Letztlich hatten die Friesländer das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite und gewannen mit 29:27.

„Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden, mit der Leistung im zweiten Durchgang nicht“, sagte Co-Trainer Dietmar de Vries. Er war letztlich glücklich, mit dem Team den Klassenerhalt geschafft zu haben. „Das war das Minimalziel. Wir wissen aber auch, dass es ohne die Unterstützung der Zweiten nicht geklappt hätte. Wären die Jungs nicht regelmäßig eingesprungen, hätten wir wahrscheinlich nur vier Punkte. Wir wissen, wem wir Dank schuldig sind“, erklärte de Vries.

Im Spiel gegen die Osnabrücker erhielt die Erste zwar keine Unterstützung, doch die Begegnung machte deutlich, wie groß die Baustelle für die Vereinsführung und den neuen Trainer ist. Fast die Hälfte aller Treffer am Samstag ging auf das Konto von Spielern, die in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung stehen.

 

BILD 1 (JOCHEN SCHRIEVERS): Karl-Heinz Schwarzenberger (von links) verabschiedete Henning Cassens, Sebastian Keib, Torben Schoster, Miro Karstens, Christian Wolf sowie das Trainergespann Axel Wolf und Dietmar de Vries.

BILD 2 (JOCHEN SCHRIEVERS): Torben Schoster musste nach einer Roten Karte früh auf der Tribüne Platz nehmen.

BILD 3 (JOCHEN SCHRIEVERS): Christian Wolf hatte allen Grund zum Jubeln. Er war bester Schütze der HG.